Volles Haus, starke Ideen und viel Raum für persönliches Feedback: Beim IdeenPitch von BayStartUP im Gründerzentrum SCHWUNG in Schwabach präsentierten zehn Gründerinnen und Gründer vergangene Woche ihre Geschäftsideen in kompakten Drei-Minuten-Pitches.
Bereits zum dritten Mal machte das Format in Schwabach Station und bot eine Bühne für Innovation, Feedback und Vernetzung.
Begrüßt wurden die Gäste von Harald Hubert von BayStartUP, dem bayerischen Startup-Netzwerk und Sparringspartner für Gründerinnen und Gründer, sowie von SCHWUNG-Geschäftsführerin Theresa Wetz. „Unser SCHWUNG ist eine Netzwerkplattform, die Raum für Ideen, Austausch und Beratung bietet. Darüber hinaus vermieten wir Büros – vom Co-Working-Platz für einzelne Tage bis hin zum ersten eigenen Gründerbüro für den Business-Start“, so Wetz.
Schon zum Auftakt wurde deutlich, was den Reiz des Formats ausmacht: Beim IdeenPitch stehen die Menschen und ihre Ideen im Mittelpunkt – ohne Präsentation, ohne Beamer, dafür direkt, persönlich und auf den Punkt gebracht.
Premium-Pitch Online-Druckerei
Für einen inspirierenden Impuls vor dem Start der regulären Pitches sorgte Bernhard Mott mit einem Premium-Pitch. Er stellte seinen Weg zur Gründung seiner Unternehmen BachelorPrint und ScanProfi vor, die in Schwabach verankert sind; die Druckerei hat ihren Sitz im benachbarten Büchenbach. Von dort aus versenden sie gedruckte Abschlussarbeiten per Express in die ganze Welt, mit dem Anspruch das beste Produkt zu erstellen. Sein Tipp an alle Gründenden: „Sucht euch immer ein zweites Standbein. Von vornherein haben wir mitgedacht, dass die Digitalisierung der Abschlussarbeiten auch an den Universitäten immer mehr Einzug halten wird und haben uns zusätzlich mit Scanner-Dienstleistungen spezialisiert“, so Mott. Bei der Erstellung des eigenen Online-Shops hat sich die Firma bei erfolgreichen Shops wie Apple etwas abgeschaut: eben nicht 15 verschiedene Papiersorten zur Auswahl, sondern schnell, klar und effizient soll der Bestellprozess sein. Ein besonderes Schmankerl: zu jeder Abschlussarbeit gibt es noch eine handgeschriebene Karte mit dazu. Nach zwei Jahren waren sie bereits Marktführer.
Im Anschluss folgten neun Ideen-Pitches, die die große Bandbreite aktueller Gründungsideen eindrucksvoll widerspiegelten. Andrea Heck und Annette Bausewein, ein Team mit Expertise in Informatik und Kreativität, stellten mit Andropa einen Ansatz vor, humanoide kognitive Roboter für verschiedene B2B-Dienstleistungsbereiche zu trainieren und damit dem Fachkräftemangel intelligent zu begegnen.
Mit AutoAquaControl präsentierte Angelika Endres einen innovativen, autarken Wasserdetektor, der Leckagen frühzeitig erkennt und drahtlos meldet. Das wartungsfreie patentierte System ist insbesondere für schwer zugängliche Einbauorte gedacht und soll dabei helfen, Wasserschäden in Gebäuden wirksam zu begrenzen.
Stefan Bechtloff mit seinem Team von der GOAL Software Solutions GmbH präsentierte einen „Algorithms as a Service“-Ansatz, mit dem sich auf einem normalen Computer 3,7 Milliarden Sätze in nur 12 Millisekunden durchsuchen lassen, um schnelle und präzise Datenanalysen durchführen zu können.
Christoph Vogel stellte mit IMVEE eine All-in-One-Security-Plattform vor, die Datenschutz, Regulatorik und Schnittstellen zentriert, damit nicht zehn verschiedene Tools genutzt werden müssen.
Julius Berg präsentierte mit MediMeets, eine Plattform für den ambulanten Gesundheitsmarkt, die Arztpraxen bei der Auswahl passender digitaler Lösungen wie Praxissoftware, Online-Terminbuchung und digitale Anamnese unterstützen soll.
Bastian Sedlmeier stellte mit MindCare eine geplante digitale Gesundheitsanwendung vor, die Menschen mit psychischen oder seelischen Erkrankungen in kritischen Versorgungsphasen und insbesondere während der Wartezeit auf einen Therapieplatz unterstützen soll.
Tim Dürrschmidt präsentierte mit Nova Catalyst ein KI-gestütztes Terminal, das Marktforschung für Gründerinnen, Gründer und Innovationsteams deutlich beschleunigen soll und in vier Modulen mit eigenem Score von 0 bis 100 Auskunft über den potentiellen Erfolg einer Geschäftsidee gibt.
Florin Tudose stellte mit OneFamily.uno ein Open-Source-Ökosystem vor, das über ein kryptowährungsbasiertes Belohnungssystem mittels Token lokale Gemeinschaften stärken will, ähnlich der Nachbarschaftshilfe. Ein Token entspricht einer Stunde Zeit, egal ob ein Transporter oder ein Werkzeug ausgeliehen wird.
Dr. Martin Kräter präsentierte mit Rivercyte ein Verfahren zur Erkennung von Krankheiten durch das Abtasten einzelner Blutzellen. Das Unternehmen hat dafür das Konzept der Verformbarkeitszytometrie entwickelt und mit „Naiad“ bereits ein entsprechendes Produkt gebaut.
Nach dem neunten Pitch gab es zudem noch einen spontanen zusätzlichen Auftritt: Max Dörr nutzte die Gelegenheit, um seine blockchain-basierte Spendenplattform chacha.charity vorzustellen, die mit 100 Prozent Transparenz aufzeigen soll, dass das Spendengeld vollständig beim Empfänger ankommt.
Das Publikum – bestehend aus lokalen Unternehmern und Gründern, Vertretern aus Politik und Stadtgesellschaft sowie einige Business Angels und damit potentielle Investoren – erhielt nach jeder Vorstellung die Gelegenheit, Fragen zu stellen und direktes Feedback zu geben. So wurde der IdeenPitch erneut zu einem niedrigschwelligen Forum, in dem aus ersten Gedanken konkrete nächste Schritte werden können.
Auch das thematische Spektrum zeigte, wie vielfältig die Gründungsszene in der Region und darüber hinaus ist – von Künstlicher Intelligenz, Robotik und Datenanalyse über Medizintechnik und digitale Gesundheit bis hin zu Community- und Spendenplattformen.
Im Anschluss an das offizielle Programm nutzten viele Teilnehmende und Gäste die Möglichkeit, sich bei einem Imbiss weiter auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.
Mit dem IdeenPitch hat sich das Gründerzentrum SCHWUNG gemeinsam mit BayStartUP einmal mehr als Ort etabliert, an dem unternehmerische Ideen sichtbar werden, Resonanz erhalten und weiterwachsen können.